Phase 0 · Kundenforschung · Rollladen Pawlak
Bislang steht die Positionierung auf einer Studienbasis — belastbare Sekundärforschung, aber keine Primärdaten über Pawlak-Kunden (siehe Markenpräsentation 0.3). Diese Interviews schließen genau diese Lücke: Wissen statt Glauben.
Wir wollen qualitativ herausfinden: Warum Pawlak? und Was überzeugt? — und vor allem die Hierarchie der Kauffaktoren klären. Geführt werden die Gespräche von einem neutralen kube.studio-Mitarbeiter; ein Dritter bekommt ehrlichere Antworten als der Betrieb selbst — besonders von denen, die nicht gekauft haben.
Teil 1 · Zielsetzung & Hypothesen
Was wir wissen wollen — und was wir vermuten.
Der echte Auslöser für die Entscheidung — nicht der vermutete. Was gab konkret den Ausschlag, diesen Betrieb zu beauftragen statt einen anderen?
Welche Signale, Momente und Argumente Vertrauen aufgebaut haben — und welche fast zum Absprung geführt hätten.
Welcher der Kauffaktoren wiegt am schwersten? Empfehlung? Qualität? Preis? Erst wenn wir die Reihenfolge kennen, wissen wir, was die Kommunikation nach vorne stellen muss.
Das ist die aus der Sekundärforschung abgeleitete Rangfolge (siehe Markenpräsentation 0.3). Die Interviews prüfen, ob sie für Pawlak-Kunden genauso gilt — oder anders.
| Faktor | Studien-Richtung | |
|---|---|---|
| 1 | Persönliche Empfehlung | Stärkster Vertrauensgeber, schlägt jede Werbung |
| 2 | Qualität der Ausführung | #1 der harten Kriterien, vor Preis und Termin |
| 3 | Termintreue / Zuverlässigkeit | „Kommt der, wann er sagt?" |
| 4 | Kostentransparenz | Klarheit über den Preis, nicht der niedrigste Preis |
| 5 | Online-Bewertungen | Bei der Suche #1, fast alle lesen vorab |
| 6 | Nachhaltigkeit | Materialien & Arbeitsweisen werden bewertet |
| 7 | Regionalität / Nähe | Knapp die Hälfte bevorzugt lokal |
| 8 | Reaktionsgeschwindigkeit | Wer zuerst antwortet, gewinnt oft |
| 9 | Preis-Leistungs-Verhältnis | Mittleres Preisfeld wird gewählt, nicht das billigste |
| 10 | Digitale Kommunikation | WhatsApp, Online-Termine werden erwartet |
| 11 | Authentizität | Hat Qualität als Kaufkriterium überholt |
| 12 | Risikominimierung | Kunden vermeiden den falschen Handwerker |
| 13 | Social Proof | Orientierung an anderen bei Unsicherheit |
| 14 | Website des Handwerkers | Überraschend fast irrelevant |
Der Kunde kauft nicht beim besten Handwerker — er kauft beim sichersten.
Die Interviews prüfen, ob die Kaufentscheidung wirklich Risikovermeidung ist. Wenn ja, muss die Kommunikation nicht Qualität beweisen, sondern Angst nehmen.
Theorie: Die Faktoren, die Nicht-Käufern gefehlt haben, sind genau die, die Pawlak aktuell nicht sauber kommuniziert. Die Frage ist nur: welche?
Theorie: Viele Nicht-Käufer sagen „zu teuer". Entscheidend ist, wer davon bei gleichem Preis gekauft hätte (dann Kommunikations-/Wert-Problem) und wer rein preisgetrieben ist.
Teil 2 · Methodik
Wie wir vorgehen, ohne die Antworten zu verzerren.
| Merkmal | Track A · Bestandskunden | Track B · Nicht-Käufer |
|---|---|---|
| Ziel | Warum Pawlak? Hierarchie der Kauffaktoren, Status Quo der Kommunikation spiegeln | Warum nicht Pawlak? Welche Faktoren fehlten, welche Rolle spielte der Preis |
| Stichprobe | 5–8 Interviews | 3–5 Interviews |
| Auswahl | abgeschlossene Aufträge, Mix über Produkte & Auftragswerte | Interessenten mit Angebot, aber ohne Abschluss |
| Durchführung | Neutraler kube.studio-Mitarbeiter · telefonisch oder vor Ort · ~20–30 Min. · mit Einwilligung | |
| Leitfrage | „Warum haben Sie sich für Pawlak entschieden?" | „Was hat am Ende gegen Pawlak entschieden?" |
Damit wir keine Antworten in den Mund legen, läuft jedes Interview als Trichter — von völlig offen zu gezielt gestützt. So bekommen wir die echten Gründe zuerst und ein sauberes Ranking danach.
Der Kunde erzählt frei, ohne Vorgaben. Was ihm zuerst und unaufgefordert einfällt, wiegt am schwersten.
Nachfragen zu Journey, Alternativen und Zweifeln — immer noch ohne die Faktorenliste zu zeigen.
Erst am Ende legen wir die 14 Faktoren vor und lassen priorisieren (Top 3, wichtigster, unwichtigster). Das ergibt das vergleichbare Ranking.
Die Kontaktlisten stellt Pawlak. Damit die Ergebnisse nicht auf einem Segment verzerren, mischen wir bewusst über mehrere Dimensionen.
| Dimension | Warum | Angestrebter Mix |
|---|---|---|
| Produktgruppe | Kaufgründe unterscheiden sich je Produkt (ICP Fenster ≠ Haustür ≠ Markise) | Fenster, Haustüren, Markisen |
| Auftragswert | Große und kleine Projekte kaufen unterschiedlich | hoch / mittel gemischt |
| Zeitpunkt | Frische Erinnerung liefert präzisere Antworten | möglichst aus den letzten 6–12 Monaten |
| Region / PLZ | Prüft, ob Regionalität wirklich zählt | Kern-Essen und Randgebiete |
Vor jedem Gespräch: kurze Einwilligung zu Zweck und (optionaler) Aufzeichnung. Auswertung erfolgt anonymisiert; Zitate werden nur ohne Klarnamen verwendet.
Teil 3 · Leitfaden A — Bestandskunden
„Warum haben Sie bei Pawlak gekauft?"
Ein sprechfertiger Leitfaden — die fett gesetzten Sätze sind wörtlich so gedacht, wie man sie am Telefon sagt (locker, echtes Interesse, kein Fragebogen-Ton). Die Nachhak-Sätze (↳) nur einsetzen, wenn das Gespräch stockt. Grau = Regie-Hinweise für den Interviewer, nicht vorlesen.
Kurz durchatmen, Name des Kunden und Projekt (Produkt, ungefährer Zeitraum) parat legen. Ziel im Kopf: zuhören, nicht abfragen. Notizblock statt Formular. 20 Minuten reichen.
„Schönen guten Tag, Herr/Frau [Name]! Mein Name ist [Vorname Nachname], ich rufe im Auftrag von Pawlak an — Sie hatten ja vor Kurzem [die neuen Fenster / Ihre Haustür] von Pawlak machen lassen. Passt es Ihnen gerade kurz?"
„Ich würde Ihnen gern ein paar Fragen dazu stellen, wie das für Sie gelaufen ist. Das dauert keine 20 Minuten und hilft uns wirklich weiter. Es gibt kein Richtig oder Falsch — mich interessiert einfach Ihre ehrliche Meinung. Und alles bleibt selbstverständlich anonym."
Regie Warm, ohne Verkaufston. Kurz Einwilligung fürs (optionale) Mitschreiben/Aufnehmen einholen. Erst weiter, wenn der Kunde entspannt ist.
„Erzählen Sie doch mal — was haben Sie denn machen lassen bei sich?"
„Und wann war das ungefähr?"
Regie Locker starten, den Menschen ankommen lassen. Echtes Interesse zeigen.
„Erinnern Sie sich noch, wie Sie überhaupt zu Pawlak gekommen sind? Erzählen Sie einfach mal, wie das damals so lief."
„Und was hat dann am Ende den Ausschlag gegeben, dass Sie gesagt haben: die machen's?"
„Gab's einen Moment, wo Sie dachten: ‚Ja, die sind's'?"
„Und andersrum — war irgendwann mal ein Punkt, wo Sie fast wieder abgesprungen wären?"
Regie Das ist das Herzstück. Nicht unterbrechen, Pausen aushalten. Was der Kunde zuerst und unaufgefordert nennt, ist der wichtigste Grund. Nachhaken nur mit „Wie meinen Sie das?" oder „Erzählen Sie mehr."
„Hatten Sie damals noch andere Firmen angefragt, oder war Pawlak von vornherein gesetzt?"
„Und worauf haben Sie beim Vergleichen geschaut?"
„Wie war denn der erste Kontakt — kam schnell jemand, gab's zügig ein Angebot, einen Termin bei Ihnen zuhause?"
„Ich hab hier eine kleine Liste mit Dingen, die Leuten bei so einer Entscheidung wichtig sein können. Ich lese die mal vor — sagen Sie mir einfach, welche drei für Sie am meisten gezählt haben."
„Und wenn Sie einen einzigen rauspicken müssten — was war der wichtigste?"
„Gab's welche, die Ihnen ehrlich gesagt eher egal waren?"
„Und fehlt auf der Liste noch was, das für Sie wichtig war?"
Regie Erst jetzt die 14 Faktoren (siehe Teil 1.2) langsam vorlesen. Top 3, dann den einen wichtigsten notieren.
„Hatten Sie sich vorher mal die Website oder so von Pawlak angeschaut? Was ist Ihnen da in Erinnerung geblieben?"
„Was hat Ihnen das Gefühl gegeben: ‚Denen kann ich vertrauen'?"
„Und gab's was, wo Sie sich vorab mehr Infos gewünscht hätten?"
„Würden Sie Pawlak weiterempfehlen? … Und wenn ja: Was würden Sie da sagen?"
„Mal angenommen, ein guter Freund fragt Sie: ‚Wen nehm ich denn da am besten?' — wie würden Sie Pawlak in ein, zwei Sätzen beschreiben?"
„Gibt's sonst noch irgendwas, das Sie loswerden möchten?"
„Das hilft uns wirklich sehr weiter — ganz herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben!"
Regie Der Satz aus der Freund-Frage ist Gold: die eigenen Worte des Kunden sind die beste Vorlage für Slogans & Anzeigen — möglichst wörtlich mitschreiben.
Bestandskunden schenken uns Zeit und Vertrauen. Jedes Gespräch endet mit einem echten Dank — eine kleine Geste (z. B. Gutschein / Aufmerksamkeit) stärkt die Bindung und macht aus der Befragung selbst einen Marken-Moment.
Teil 4 · Leitfaden B — Nicht-Käufer
Interessenten mit Angebot, aber ohne Abschluss.
Gleiche Logik, heiklerer Ton: Diese Menschen haben sich gegen Pawlak entschieden. Deshalb: dankbar, neutral, nie rechtfertigen. Wieder gilt — fett = wörtlich sprechen, ↳ = Nachhaken, grau = Regie.
Haltung: „Danke, dass Sie uns die Wahrheit sagen." Kein Zurückverkaufen, kein Argumentieren. Jede ehrliche Absage ist wertvoller als ein höfliches „war alles okay".
„Guten Tag, Herr/Frau [Name], mein Name ist [Vorname Nachname], ich rufe im Auftrag von Pawlak an — aber keine Sorge, ich will Ihnen nichts verkaufen."
„Sie hatten damals mal wegen [Fenster / einer Haustür] bei Pawlak angefragt, sich dann aber für etwas anderes entschieden. Genau darüber würde ich gern kurz mit Ihnen sprechen — gerade ehrliches Feedback hilft uns am meisten. Hätten Sie zehn Minuten? Alles bleibt anonym."
Regie Entspannt und offen. Klarmachen: kein Verkaufsgespräch. Kurz Einwilligung einholen.
„Worum ging's damals bei Ihnen — was hatten Sie vor?"
„Und wie sind Sie überhaupt auf Pawlak gekommen?"
„Wie ist die Sache am Ende ausgegangen — für wen haben Sie sich entschieden?"
„Und was hat da den Ausschlag gegeben?"
Regie Reden lassen, nicht verteidigen. Der zuerst genannte Grund ist der stärkste. Ruhig bleiben, auch wenn Kritik kommt.
„Was war Ihnen bei der Entscheidung besonders wichtig?"
„Und wo hat Pawlak Sie da nicht so richtig abgeholt?"
„Hätten Sie sich irgendwas gewünscht, das Sie nicht bekommen haben — mehr Infos, eine klarere Ansage, irgendeinen Beweis?"
„Darf ich ganz offen fragen: War's am Ende der Preis — oder steckte noch etwas anderes dahinter?"
wenn Preis„Mal angenommen, Pawlak hätte genau denselben Preis gemacht wie die Firma, für die Sie sich entschieden haben — hätten Sie dann bei Pawlak gekauft?"
wenn ja„Was hätte Pawlak dann letztlich überzeugt?"
wenn nein„Was hätte denn grundsätzlich gefehlt, unabhängig vom Preis?"
„Und wäre Ihnen ein kleiner Aufpreis was wert gewesen, wenn dafür jemand das ganze Projekt für Sie koordiniert — also wirklich alles aus einer Hand?"
Regie Der wichtigste Moment des Gesprächs. Er trennt „war schlicht zu teuer" von „war nicht überzeugt" — also echten Preis-Widerstand von gewinnbarer Nachfrage.
„Was hat die andere Firma denn besser gemacht — im Kontakt, im Angebot, im Auftreten?"
„Woran erinnern Sie sich da besonders positiv?"
„Wenn Sie Pawlak einen Tipp geben könnten — was hätte bei Ihnen den Unterschied gemacht?"
„Und dürften wir uns bei einem nächsten Projekt vielleicht nochmal bei Ihnen melden?"
„Das war jetzt superehrlich — genau sowas hilft uns wirklich. Vielen Dank für Ihre Zeit!"
Teil 5 · Auswertung & Ergebnis-Erfassung
Diese Tabellen füllen sich nach den Interviews — jetzt noch leer.
Die tatsächlich meistgenannten Kauffaktoren der Bestandskunden — in der Reihenfolge, wie sie sich aus den Interviews ergeben.
Die Faktoren, die Nicht-Käufern am meisten gefehlt haben — die Kandidaten für die Kommunikations-Lücke.
Wo weicht die tatsächliche Pawlak-Hierarchie von der Studien-Erwartung ab? Genau diese Abweichungen steuern die Kommunikation.
| Faktor | Studien-Rang | Pawlak-Rang (Käufer) | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Persönliche Empfehlung | 1 | — | — |
| Qualität der Ausführung | 2 | — | — |
| Termintreue / Zuverlässigkeit | 3 | — | — |
| Kostentransparenz | 4 | — | — |
| Online-Bewertungen | 5 | — | — |
| Nachhaltigkeit | 6 | — | — |
| Regionalität / Nähe | 7 | — | — |
| Reaktionsgeschwindigkeit | 8 | — | — |
| Preis-Leistungs-Verhältnis | 9 | — | — |
| Digitale Kommunikation | 10 | — | — |
| Authentizität | 11 | — | — |
| Risikominimierung | 12 | — | — |
| Social Proof | 13 | — | — |
| Website des Handwerkers | 14 | — | — |
| Projektkoordination (USP) | — | — | Pawlak-spezifisch — nicht in der allgemeinen Studie, aber möglicher Kern-Differenzierer |
Original-Aussagen der Kunden in ihren eigenen Worten — die wertvollste Vorlage für Slogans, Anzeigen und Landingpage-Texte.
„…"
„…"
„…"
Die entscheidende Auswertung aus Theorie 2: Wer war rein preisgetrieben — und wer wäre mit besserer Kommunikation konvertierbar gewesen?
| Segment | Definition | Anteil | Konsequenz |
|---|---|---|---|
| Konvertierbar | Hätte bei gleichem Preis bei Pawlak gekauft | — | Kommunikations-/Wert-Problem — durch bessere Botschaft gewinnbar |
| Preisgetrieben | Hätte auch bei gleichem Preis nicht gekauft / rein Budget | — | Nicht Zielgruppe — kein Kommunikationshebel |
| Unklar / anderes | Anderer Grund (Timing, Verfügbarkeit, Vertrauen) | — | Einzelfall prüfen |
| Hypothese | Status | Beleg / Notiz |
|---|---|---|
| Kunde kauft beim „sichersten", nicht beim „besten" | offen | — |
| Theorie 1: fehlende Faktoren = Kommunikations-Lücke | offen | — |
| Theorie 2: relevanter Teil der Nicht-Käufer ist konvertierbar | offen | — |
| Markenwerte (Vertrauen, Track Record) sind kaufentscheidend | offen | — |
| Projektkoordination ist ein echter Differenzierer | offen | — |
Teil 6 · Was danach passiert
Von den Antworten zur geschärften Marke.
| Ergebnis | Fließt ein in |
|---|---|
| Validierte Kauffaktoren & Markenwerte | Markenpräsentation — Status-Tags von „Hypothese" auf „validiert" |
| Verbatim-Zitate | Slogans, Google Ads, Landingpage-Texte |
| Kommunikations-Lücken (Nicht-Käufer) | Botschaften-Priorisierung, Landingpage-Argumente |
| Preis-Segmentierung | Zielgruppen-Zuschnitt & Angebots-/Wert-Kommunikation |
Die Studienbasis (Sektion 0.3) und der Phase-0-Plan, dessen erste beiden Bausteine diese Interviews sind.
Wohin die Erkenntnisse wirken: bessere Conversion je Produktgruppe, sichtbar im Funnel-Modell.
Die Käufer bestätigen und schärfen die Marke — die Nicht-Käufer zeigen, wo sie noch nicht ankommt.
Bestehende Kunden werden wertgeschätzt und spiegeln den Status Quo der Markenkommunikation; die Nicht-Käufer legen die Kommunikations-Lücke offen und trennen echten Preis-Widerstand von gewinnbarer Nachfrage.